Chronik des Zunfthaus zum Paradies

1616 und 1624 Die Familie Schnorff erwarb die beiden spätgotischen Häuser "Barendiss“ und „Hasen“. Während fast zwei Jahrhunderten blieb das Haus im Besitz dieses bedeutenden Bürgergeschlechtes.
1714 Das Haus war aus Anlass des großen Kongresses zum Abschluss des Spanischen Erbfolgekrieges zum letzten Mal Treffpunkt hoher in- und ausländischer Diplomaten.
Die bekanntesten Vertreter der Familie Schnorff waren Casper Ludwig (1624 – 1721) als Schultheiss und Beat Anton als Untervorgt. Nach deren Amtszeit wechselten die Eigentümer in rascher Folge. Während der Revolutionszeit wurde das Haus sogar als Kaserne genutzt.
1756 Eine schwarz-goldene Tafel weist auf eine größere Renovation hin
1902 Das Haus gelangt in den Besitz der Familie Welti
1947 Das Zunfthaus zum Paradies kommt unter kantonalen Denkmalschutz
1954/1955 Die wertvollen Schreinerarbeiten aus dem 17. Jahrhundert wurden einer aufwendigen, fachmännischen Restauration unterzogen.
1966 Renovation der Fassade
1987 Das Gebäude wird sowohl innen wie außen total renoviert
2002 Das Paradies ist 100 Jahre im Familienbesitz der Familie Welti
2012 Seit dem 2. Mai begrüßen André und Iris Klarmann die Gäste im Zunfthaus zum Paradies

Gebäudestruktur

Die heutige Form der Fassaden und des Innenausbaus wurden vom späteren 17. Jahrhundert unter der Familie Schnorff geprägt.

An den Fassaden des stattlichen Bürgerhauses gehen Spätgotik und Frühbarock eine eigentümliche Verbindung ein, was besonders an den gekuppelten Doppel- und Dreierfenstern, den Fenstergabeln und Fensterbänken ersichtlich ist.

Dem Innern hat die Schultheissenfamilie Schnorff eine Ausstattung verschafft, wie man ihr nur in Schlössern, Klöstern und Ratsstuben begegnet. Die beiden übereinanderliegenden Eckstuben sind mit schweren Holzkassettendecken ausgestattet. Nur in wenigen Profanbauten des Kantons Aargau offenbart sich der Frühbarock so typisch in der Kunst des damaligen Schreinergewerbes wie in der geschnitzten Holzauskleidung der Tür- und Fensterrahmen und im Eckbuffet der oberen Wohnung. In der Zunftstube im ersten Obergeschoss ist zudem ein Wandtresor mit zwei kunstvoll beschlagenen Türflügeln aus Schmiedeisen eingebaut.

Literaturnachweis: Badener Neujahrsblätter 1956; Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau (Band VI)